Über mich

Ich bin Nela, 47 Jahre alt und lebe mit meinem 12 jährigen Sohn seit 2014 in Schottland.

Geboren in Deutschland, fühlte ich mich nie so richtig an diesem Fleck Erde. Ich mochte Deutschland nicht, ich fühlte mich nicht zu Hause. Warum das so war, ich bin mir dessen nicht sicher.

Schon als Kind liebte ich es, andere Länder kennen zu lernen. Meine Eltern sind oft mit mir verreist, wofür ich ihnen so dankbar bin. Doch jedesmal, wenn ich zurück nach Deutschland mußte war meine Stimmung schlecht. Jetzt, mit einem gewissen Abstand, und in meinem Herzensland lebend, geht es mir gut und ich kann mit einem anderen Blick auf Deutschland schauen. Das gefällt mir, weil ich sehen kann, wie schön Deutschland ist. Außerdem wurde mir bewußt, wie vertraut mir das Land ist, in dem ich aufgewachsen bin. Ich bin deutsch und kann mich in Gegenwart von Deutschen einfach besser ausdrücken, sie besser einordnen und einfach besser verstehen. Es ist meine Mentalität. Ich komme aus dem Norden Deutschlands und es gibt natürlich Deutschlandweit so viele Unterschiede, aber es ist eben deutsch.

In Deutschland kenne ich mich aus, ich weiß wo ich was bekomme, an wen ich mich wenden kann, wenn es Probleme gibt, das Gesundheitssystem ist mir vertraut und viele viele Dinge mehr. Das macht das Leben so viel einfacher.

Hier in Schottland ist alles fremd. Ich muß mich einfinden und alles neu lernen. Das ist zwar abenteuerlich und macht wach, aber ich finde es manchmal auch anstrengend. Aber, und das ist momentan das Entscheidende, ich fühle mich zu Hause. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, das ich so noch nicht gefühlt hatte. Dieses Gefühl überkam mich vom ersten Überqueren der schottischen Grenze vor 16 Jahren. Einbildung? Einfach, weil ich weg wollte? Oder tatsächlich ein Gefühl von altem Wissen. Das vermag ich nicht zu sagen. Ich lasse das Gefühl einfach wirken, weil es mich zur Ruhe bringt.

Der letztendliche Entschluß in mein Herzensland zu gehen ist gefallen, als mein Sohn die Schule besuchte. Das war der letzte Tritt in den Allerwertesten, den ich brauchte, um zu gehen. Es war ein Wagnis und ich bin so dankbar, für all die Unterstützung, die ich durch meine Eltern und meine Freunde erfahren darf. Denn ohne diese Unterstützung hätte ich die Entscheidung vielleicht nicht getroffen.

Mein Sohn wollte zunächst nicht. Es war die Angst vor der Veränderung, was ich sehr gut vertehen konnte und wir trafen eine Absprache. Wir wollten es ein halbes Jahr versuchen. Wenn es nicht gut geht, er sich nicht wohl fühlt und er ständig Heimweh hat, fahren wir zurück nach Deutschland.

Doch es fügte sich. Er fühlte sich wohl und wollte trotz eines kurzen Heimweh-Anfalls nach ca. 4 Wochen, nicht dauerhaft zurück nach Deutschland. So sind wir Freilerner geworden und unser Leben und unsere Beziehung wurde intensiver und enger denn je.

Nun reisen wir viel in unserem Wohnmobil mit unseren zwei Katzen durch die Lande.

 

 

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